Die französischen Frauen im Wettbewerb

camilleclaudel
13. Februar 2013

Guillaume Nicloux liefert mit La réligieuse eine Neuverfilmung des Romans von Debis Diderot und Bruno Dumont wirft in Camille Claudel 1915, wie es der Titel schon andeutet, einen Blick auf Camille Claudels Leben im Jahre 1915, schreibt Michaela Wagner von der Berlinale 2013. Die Nonne kann sich aus dem Kloster befreien, Camille Claudel aber bleibt bis an ihr Lebensende im Irrenhaus. Suzanne Simonin (beeindruckend: Pauline Étienne) ist zwar eine gläubige Katholikin, will aber nicht ins Kloster, ihre Eltern zwingen sie dazu, auch aus finanziellen Gründen und zu allem Überfluss ist sie das Kind einer Affäre, der Vater also plötzlich nicht der wahre Vater. Erst hat sie unter einer warmherzigen Mutter Oberin ein erträgliches Leben, als diese stirbt beginnt unter der Nachfolgerin beginnt die Hölle. Suzanne wendet sich an den Vatikan und wird nach etliche Torturen in ein anderes Kloster versetzt. Hier beginnen dann anderen Qualen unter der dort herrschenden Oberin (Isabelle Huppert hier in einer ungewohnt kleine Rolle, die nicht wie gewohnt facettenreich ist). Der Film ist karg und nüchtern inszeniert mit keinerlei Musik außer der, die in den Klöstern veranstaltet wird. Was kann die Geschichte aus dem 18. Jahrhundert uns heute liefern? Das Werk Diderots am Leben halten? Juliette Binoche ist Camille Claudel. Natürlich hat man immer wieder Isabelle Adjani vor Augen, aber das muss ausgeblendet werden, denn hier geht es um einen ganz anderen Lebensabschnitt der Camille Claudel, die in Frankreich Mitte des 19. Jahrhundert Bildhauerin und Geliebte des berühmten Auguste Rodin war und letztendlich vielleicht durch ihre Familie in die Verbannung geschickt worden war. Ein Besuch ihres geliebten Bruders Paul Claudel bestätigt diese Vermutung. Bruno Dumont wählt ein langsames Tempo für seinen Film und holt die Darsteller so nah heran, dass man weiß, dass Camille die Hölle durchmacht und dass kein Ende, keine Hoffnung auf Änderung in Sicht ist. Juliette Binoche verkörpert diese Misere perfekt, es wird kaum anderes an Details für ihren Zustand geliefert als ihr Gesicht. Beide Filme werden nicht an eine Bären heranragen, aber vielleicht ja eine ihre Darstellerinnen

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