Save the Last Dance for me

Nelson_Mandela
06. Dezember 2013

Im Juli 1998 war ich eingeladen, den Geburtstag eines gebrechlichen, älteren Mannes in Baden-Baden zu feiern. Nelson Mandela wurde damals gerade 80 Jahre alt, schreibt Julian Allitt.

Die Einladung kam von der Südafrikanischen Botschaft in Berlin als direktes Ergebnis der Großzügigkeit der JazzRadio Hörer, die 12.000 DM für unseren Appell auf JazzRadio gespendet hatten und zwar für den Nelson Mandela Children’s Fund. Berliner Jazzkünstler hatten umsonst ein Benefizkonzert zu diesem Anlass gegeben.

Als Mandela 1994 Präsident wurde, hatte er gerade diesen Fonds gegründet und ein Drittel seines Gehaltes den Kindern Südafrikas versprochen.

Wie Überraschungsparties nun mal so sind, war der Abend etwas ganz Besonderes – die Organisatoren hatten einen Gospelchor aus Johannesburg eingeschleust. Mandela saß in der ersten Reihe und die 300 Gäste sangen “Happy Birthday”. Wir genossen ein wunderbares Konzert mit Gesang und Tanz – ein unvergesslicher Abend.

Gegen Ende des Abends, mit einem Begleiter an jeder Seite, um ih zu unterstützen, ging Mandela langsam die Stufen zur Bühne hinauf. Als er durch die Reihen ging, umarmte und bedankte er sich bei jedem Sänger persönlich und danach war es an der Zeit, zu gehen.

Aber als die Helfer ihn zurück zu den Treppen eskortierten, befreite er sich von deren Stütze, bewegte sich geschickt zurück Richtung Mitte der Bühne und tanzte für gute fünf Minuten, umgeben von den singended und schwankenden Mitgliedern des Gospelchores.

Einige Wochen später besuchte uns ein Gesandter der südafrikanischen Botschaft in Berlin und übergab mir eine Kopie (in deutsch) von Mandela’s Autobiographie, “Long Walk to Freedom”. Es schmückt nach wie vor mein Bücherregal.

Ich hatte bereits die englische Version. Aber die deutsche Ausgabe hatte etwas ganz Besonderes. Sie war signiert von Präsident Mandela.

An einem kalten Winterabend in Kapstadt, auf dem Weg zum Amtssitz, sah Mandela eine Gruppe Straßenkinder und hielt an, um mit ihnen zu sprechen.

Er sagte später: “Die Kinder fragten mich, warum ich sie liebe. Dies überraschte mich und ich fragte sie, warum sie das wissen wollten. Sie erwiderten daß immer wenn ich Geld aus Übersee erhielt, teilte ich es mit ihnen.”

Ich bin stolz darauf, daß 12.000 DM von diesem Geld von den Hörern von JazzRadio kamen.

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