Was vom JazzFest übrig bleibt

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13. November 2013
Erst einmal bleibt ein überaus eifriger, gut gelaunter und begeisterungsfähiger Bert Noglik hängen, der in seinem zweiten Jahr als künstlerischer Leiter ein doch insgesamt gelungenes Festival organisierte.

Schon der Anfang machte Lust auf mehr: der aus New Orleans stammende Trompeter Christian Scott konnte mit seiner “Stretch Music”, einem Mix aus Jazz, Funk, Soul, HipHop und Rock, alle und jeden überzeugen. Lediglich seine Ehefrau, die für ein Stück die Bühne des Festspielhauses betrat, war in der extrem kraftvollen Band ein bißchen Fehl am Platz.

Beim nachfolgenden Konzert von Joachim Kühn mit seinem Gnawa Jazz Voodoo Projekt hätte ich mir ein bißchen mehr Kühn gewünscht und etwas weniger Perkussion. Auch der legendäre Pharoah Sanders schien mir nur eher ein Beiwerk, Schmuck zu sein.

Ansonsten konnte das JazzFest auch mit handfesten Überraschungen aufwarten, wie der wunderbar unkoventionellen Abraham Inc. um den Klezmer Klarinettisten David Krakauer, der mit Fred Wesley und Socalled und seiner Mischung aus Folklore, Funk und HipHop den Saal zum Tanzen brachte.

Erwähnenswert sicherlich auch, daß die Union Deutscher Jazzmusiker zum ersten Mal seit seinem Bestehen einem so jungen Musiker wie Nils Wogram den diesjährigen Albert-Mangelsdorff-Preis im Rahmen des JazzFestes überreichen konnte. Auch hier scheint die Maxime der Fusion aller möglichen Genres und Richtungen zu greifen. Wogram spielte nach der Preisverleihung zwei Solostücke, die ganz luftig und frei den letzten Abend beim JazzFest einläuteten.

2014 löuft das Festival übrigens vom 30. Oktober bis 2. November statt.

Matthias Kirsch

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