Polnischer Beitrag im Wettbewerb: „Im Namen von…“

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08. Februar 2013

Der Film „W Imie…“ der polnischen Regisseurin Malgorzata Szumowska spielt in einem kleinen Ort in den Masuren und handelt von der Liebe eines Priesters zu einem jungen Mann, schreibt Michaela Wagner, von der Berlinale 2013. Ein Thema, das Kontroversen auslösen wird und der katholischen Kirche garantiert nicht gefallen dürfte, obwohl der Film nicht ausschließlich die Homosexualität innerhalb der katholischen Kirche behandelt, sondern eher die Einsamkeit und die Verwirrung der Gefühle eines Menschen thematisiert.
Andrej Chyra (beeindruckend) spielt den Priester Adam, der erst mit 21 Jahren seine Berufung als Priester entdeckt hat. Er arbeitet überwiegend mit schwer erziehbaren Kindern und hält jeder Versuchung stand, auch den Avancen von Ewa (Maja Ostaszewska). Dies fällt ihm auch nicht schwer, denn er weiß, er liebt Männer, und die Wahl des Priesterberufs hat auch mit den Ängsten und dem Flüchten vor der eigenen Sexualität zu tun. Adam wird wenn er in Schwierigkeiten gerät, von seinem Orden immer wieder versetzt, d.h. aber auch, dass er jedes Mal wieder sein Zuhause und seine Freunde verliert. Seine Einsamkeit und Verzweiflung nimmt zu. Als er Lukasz (Mateusz Kosciukiewcz) begegnet, ändert sich alles.
Malgorzata Szumowska inszeniert ihren Film nicht überdramatisch, lässt ihre Protagonisten normal und ruhig agieren und verleiht dem Film so etwas Alltägliches, das die Thematik der Homosexualität innerhalb der katholischen Kirche nicht zwangsläufig zu einem Tabuthema mit tödlichem Ausgang stilisiert. Das macht den Film auch Dank seiner glaubwürdigen Hauptdarsteller zu einem verdienten Bärenanwärter.

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