AMY – Eine Dokumentation von Asif Kapadia

amy-winehouse
26. Mai 2015

Um 10 Uhr morgens beginnt der Film. Um kurz nach 12 ist der Tag gelaufen.
Denn dieser Film bricht einem das Herz. 
Und macht wütend, wütend auf die Welt (schreibt Alexandra Meyer).

Amy Winehouse verkaufte in ihrer achtjährigen Karriere 25 Millionen Tonträger und gewann 6 Grammys. Ihr zweites und letztes Album Back to Black verschaffte ihr den internationalen Durchbruch. Im Video zur gleichnamigen Single führt sie einen Trauerzug an und bleibt vor dem offenen Grab stehen:

I died a hundred times

You go back to her

And I go back to black

Asif Kapadias Film zeigt, wie Sie den Song im Studio einsingt und am Ende der Aufnahme sagt: ” Macht einen immer ein bisschen traurig, oder?”

Sie hat fast all ihre Songs selbst geschrieben. Die Musik und die Texte.

Aus Gedichten und aus Emotionen.

“Ich hatte das Gefühl, es gab keine neue Musik, die mich und das was ich zu der Zeit empfunden habe, widerspiegelten. Also beschloss ich selbst Musik zu machen. Ich hätte nie einen Song schreiben können, der nicht persönlich ist. Anders hätte ich immer gedacht, ich könne die Geschichte gar nicht richtig erzählen”.

Tony Bennett, mit dem sie Body and Soul aufgenommen hat (eine wunderbare Szene im Film) sagt über Amy Winehouse: „Sie war eine von den ganz Großen. Eine wie Billie Holiday oder Ella Fitzgerald. Amy war eine der ehrlichsten Musikerinnen, die ich je kennen gelernt habe. Sie hat nie auch nur einen Ton gesungen, den sie nicht gemeint hat“.

Er wollte sich mit ihr treffen und ihr sagen, sie solle langsamer machen, weil man sonst verletzt würde. Ihr versichern, dass man mit der Zeit lerne damit zu leben. Mit dem Ruhm, mit den Leuten die ein Stück von einem haben wollen. Und sicher meinte er auch, mit seinen Emotionen umzugehen, sich zu schützen, ein bisschen zu zumachen.

Aber das ist Amy Winehouse nicht gelungen.

Der Film erzählt das Leben von Amy Winehouse in ihren eigenen Worten. Auf ehrliche und dennoch respektvolle Art begleitet er sie von ihrer Jugend und vom Beginn ihrer Karriere bis zu deren Ende am 23. Juli 2011 als sie in ihrer Wohnung in Camden tot aufgefunden wurde.

Bevor ich den Film gesehen hatte, habe ich ihren Texten nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Heute höre ich Geschichten. Geschichten die sehr traurig sind.

I don`t think i could handle it. I would probably go madAmy Winehouse 

Category: Musik